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Google Transit für Köln

20.01.09

Google Transit Köln

Google Maps hat vor einigen Tagen sogenannte “Transit Layers” (Plandarstellungen öffentlicher Verkehrsmittel) für knapp ein Bauernschock Städte hinzugefügt. Die komplette Liste gibt’s im offiziellen Blog, auch ein paar deutsche Städte sind darunter, Berlin, München, Hamburg, Düsseldorf und natürlich Köln.

Wer allerdings ein praktisches neues Werkzeug erwartet, um Fahrplanauskünfte einzuholen, wird rasch enttäuscht. In Berlin jedenfalls scheint die Zuverlässigkeit des Transit-Layers nicht so toll zu sein, wie man hier in den Kommentaren nachlesen kann. Und auch in Köln gibt es ein paar Merkwürdigkeiten. Dass die Busnetze noch komplett fehlen, wird vielleicht später mal nachgeholt. Weniger einsichtig ist, warum die beiden wichtigsten Linien, die Köln mit Bonn verbinden, ebenfalls nicht vorhanden sind, nämlich die 16 (Rheinuferbahn) und die 18 (Vorgebirgsbahn). Hat das vielleicht damit zu tun, dass die Linien nicht von den Kölner Verkehrsbetrieben allein, sondern gemeinsam mit den Stadtwerken Bonn betrieben werden? Trotzdem ist es etwas merkwürdig, dass zwei der wichtigsten Strecken nicht zu sehen sind.

S-Bahn-Linien

Von den Nahverkehrsstrecken, die die Deutsche Bahn bedient, gibt es nur die S-Bahn-Linien zu sehen, Regionalbahnen und -expresse, die eine wichtige Ergänzung (und auf vielen Strecken die einzige Variante) des Nahverkehrs sind, fehlen komplett. Die neue Mittelrheinbahn kennt man bei Google ebenfalls noch nicht.

S-Bahn Köln

Und auch die Darstellung der S-Bahn-Strecken ist seltsam, wie man auf dem Kartenausschnitt oben sehen kann. Einige Strecken scheinen als im Nirvana zu enden, etwa das dunkelgrüne Stummelchen im Norden von Mülheim (oberhalb der Markierung der B506) oder laufen in komischem Zick-Zack: So scheint es von Buchforst aus eine Strecke zu geben, die steil südwärts führt, um dann ebenfalls im Nirgendwo aufzuhören.

Insgesamt dient dieser Transit-Layer, zumindest für Köln, allenfalls als erste Orientierung, wo überhaupt eine ÖPNV-Infrastruktur gegeben ist. Eine konkrete Reiseplanung ist darüber (noch?) nicht möglich, vielleicht wollen das die betroffenen Verkehrsunternehmen auch nicht, beim Klick auf eine Haltestelle bekommt man jedenfalls nur ein Link zur KVB-Website. Übrigens auch bei den S-Bahn-Haltestellen, die ja gar nicht von der KVB, sondern von der DB bedient werden. (Allerdings berücksichtigt die Fahrplanauskunft auf der KVB-Site tatsächlich auch die S-Bahn-Halte. Die besonderen Eigenheiten der “Fahrplan-Komfortsuche” der KVB, die vor allem Ortsfremde gerne mal ins Schleudern bringen, wären freilich einen eigenen Eintrag wert.)

Geocubes

18.12.08

Geocubes

Kennen Sie schon Geocubes?

fragt mich eine Mail. Nö, kenne ich noch nicht. Schießen Sie mal los.

Wir haben einen Service entwickelt, geocubes, der Geopunkte auf Karten in Cluster zusammenfasst und deren Gesamtanzahl darstellt. Dadurch werden unübersichtliche Punktewolken vermieden und man kann schneller und gezielter Geopunkte finden. Der Nutzer kann durch den Klick auf eines der Cluster den Kartenausschnitt vergrößern, um entsprechend der Zoomstufe mehr Einzelpunkte zu sehen bzw. um die Auswahl geographisch weiter einzugrenzen.

“Wir” ist eine Berliner IT-Schmiede namens Skilldeal. Die Geocubes sehen auf den ersten Blick tatsächlich ganz übersichtlich aus. Erinnern mich an die Blobs, mit denen Flickr die Zahl von Fotos an einem Ort markiert, bieten aber möglicherweise mehr gestalterischen Spielraum. Ich sitze öfter mal an Karten, in denen sich viele Informationen an einem Ort knubbeln: Da könnten die Geocubes wirklich nützlich sein. Genau beurteilen kann man das im Januar 2009.

Expo-Bilder

16.12.08

Dream City

Dass ich hier noch nicht auf die Website der Beinecke Library hingewiesen habe, ist natürlich ein Versäumnis. Es ist aber auch nicht so ganz einfach, in dem beeindruckenden Fundus an digitalem Material nicht den Überblick zu verlieren.

Am besten am klickt man direkt auf die Digital Images & Collections und macht sich dann ans Stöbern. Kürzlich ist das Angebot durch die Aufbereitung digitaler Sammlungen ein bisschen übersichtlicher strukturiert und mit ein paar interessanten Einstiegspunkten versehen worden.

Zum Beispiel diesem hier: Plakate, Bilder und Pläne vergangener Weltausstellungen.

Beguiling in and of themselves, the World’s Fair posters and other memorabilia tell a deeper story. The fairs influenced and intersected with modern architecture, transforming urban landscapes and stimulating progress in city planning and transportation.

(mit höflicher Verbeugung an John Coultharts Feuilleton).

Build Blog

15.12.08

San Salvador

Interessantes Blog eines in Seattle ansässigen Architektenbüros, mit einigen lesenswerten Beiträgen zu Design und Architektur, hier und da auch in kartographischen Randgebieten unterwegs. Bemerkenswert zum Beispiel dieser Artikel mit Google-Earth-Bildern faszinierender borderscapes – “Grenzlandschaften”, in denen die Schnittstellen zwischen Natur und Architektur besonders akut sind. Etwa im oben zu sehenden Beispiel eines inaktiven Vulkans, dessen Kraterrand eine natürliche, aber offensichtlich nicht unüberwindbare Grenze für die Anlage eines Gewerbegebiets (?) ist.

Leider fehlen zu den abgebildeten Landschaften genauere Angaben und Koordinaten, so dass man, will man sich selbst auf die Suche machen, aufs Raten angewiesen ist. Zu den Molen im italienischen San Lucido gab es aber einen sehr empfehlenswerten Beitrag bei Pruned. Und da auch zwei Swimming-Pools in Meeresnähe abgebildet sind, verlinke ich auch noch mal auf den ebenso spannenden Artikel zu öffentlichen Bädern an der Küste von Sydney (auc bei Supercolossal).

Entenhausen, Pu der Bär, Adidas

01.12.08

Entenhausen

Drei Landkarten aus der Offline-Welt verdienen hier eine Erwähnung. Da ist zum einen der Stadtplan von Entenhausen, den zwei akribische Donaldisten aus den Angaben in den Comics von Carl Barks zusammengestellt haben und der in der aktuellen Zeit abgedruckt ist. Ich bin erst am Wochenende darauf aufmerksam geworden (und auch nur über den Umweg einer Erwähnung in der italienischen Presse), und während ich sonst mit der vereinsseligen Humorigkeit des Donaldismus nicht so viel anfangen kann, finde ich den Stadtplan wirklich faszinierend. Zeigt er doch, dass es sich bei der Duck-Metropole tatsächlich um ein erstaunlich konsistentes und stimmiges Universum handelt. Was ein weiterer Beleg für das Genie des großen Carl Barks ist.

Die Artikel zum Zustandekommen dieses Plans sind auch online verfügbar (hier und hier), ebenso der Stadtplan selbst. Allerdings kann man ihn online nur ausschnittweise begutachten – wer den gesamten Überblick über die Heimatstadt der Ducks möchte, muss sich eben die Printausgabe der Zeit kaufen. Oder das Bestell-Angebot des Donaldisten-Vereins in Anspruch nehmen.

Wo wir gerade bei fantastischen Geographien sind: Demnächst kommen bei Sotheby’s einige Skizzen zur Versteigerung, die EH Shepard zur Illustration der Bücher von Pu dem Bären
angefertigt hat. Darunter ist auch dieser Entwurf für die Heimat des Bären von sehr geringem Verstand. BibliOdyssey hat das Konvolut dankenswerterweise für die bloglesende Öffentlichkeit festgehalten.

Winnie Puuh

Ob BibliOdyssey auch bei der Werbeagentur TBWA gelesen wird, weiss ich nicht. Aber dass Karten wie diese oder diese als Vorbild für die Impossible Map von Adidas gedient haben, ist offensichtlich.

Adidas