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Going Underground

London Music Tube

Die Übersichtskarte der Londoner Tube ist zweifellos eine Design-Ikone. Seit sie 1933 von Harry Beck entworfen wurde, ist sie fast unverändert in Gebrauch und war stilbildend für zahllose andere Karten und Grafiken. Dabei stieß die Karte bei den Londoner Verkehrbetrieben zunächst auf Skepsis, vor allem, weil Beck sich entschied, die Darstellung nicht als geografische Repräsentation aufzufassen, sondern die tatsächlichen Gegebenheiten zu verzerren, um dafür die Komplexität des Liniennetzes klarer darstellen zu können. Kritik an der Darstellung gibt es bis heute.

Beck hat die Karte zwar klarer lesbar gemacht, dafür aber auf andere Aspekte verzichtet, die praktisch sein könnten. Ein Beispiel: Da die Entfernungen zwischen den Stationen nicht maßstabsgetreu sind, kann man aus der Karte keinerlei Anhaltspunkte über die Reisezeit vernehmen – oder auch nur darüber, ob sich zwischen zwei Bahnhöfen die Fahrt überhaupt lohnt und nicht der Fußweg sogar kürzer wäre.

Andererseits liegt es ja auch an Becks Entscheidung zur Abstraktion und Fokussierung auf einige wenige Aspekte der Darstellung, dass die Karte so einen ikonenhaften Status gewonnen hat. Und sie ist nicht nur dutzendfach kopiert worden, sondern es gab Mashups davon, noch bevor jemand das Wort erfunden hatte.

Der bekannteste ist möglicherweise Simon Pattersons Lithographie The Great Bear (1996), die die Namen der Stationen durch Philosophen, Schauspieler und Entertainer ersetzt. Kürzlich hat der Guardian eine Karte der Musik des 20. Jahrhunderts veröffentlicht: Die Umsteigebahnhöfe der Tube werden da plötzlich zu Kreuzungspunkten verschiedener Musikstile.

Die Karte fand sogar Gefallen bei den Londoner Verkehrsbetrieben, die ihr extra eine Pressemitteilung widmeten. Allerdings reagiert London Transport nicht immer so freundlich: Ein anderer Mashup, in dem die Namen der Stationen durch Anagramme ersetzt wurden, ist nach Aufforderung von Anwälten der Verkehrsbetriebe entfernt worden. Im Internet scheint jedoch nichts auf Dauer zu verschwinden: Auf dieser Website gibt es eine ausführliche Übersicht mehrerer Tube-Mashups, darunter auch die Anagramm-Karte.

Weitere Informationen zur Geschichte der Tube-Karte gibt es bei auf dieser Seite der BBC, mit weiteren Links zu Tube-Mashups. Via BoingBoing, wo man im übrigen auch nachlesen kann, dass nicht nur London Transport keinen Spaß versteht: Auch die Verkehrsbetriebe von Toronto haben eine Anagramm-Karte aus dem Verkehr ziehen lassen. Was wiederum eine ganze Welle von Anagramm-Karten losgetreten hat: Beispiele aus Berlin, Amsterdam, Hong Kong und anderen Städten gibt es ebenfalls bei BoingBoing, nämlich hier (im Text und in den Links darunter).

2 Kommentare

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    Verfasst am 21.05.13 um 8:44 am | Permalink
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    Hier können wir die scheinbare Paradoxon zu verlieren, wie bestimmte Informationen verbessert das Design zu sehen. Der Schlüssel, um die U-Bahn-Karte zu vereinfachen war, auf Verbindungen und nicht exakten Positionen und Entfernungen konzentrieren. Der Reisende muss, um ein Ziel zu erreichen, nicht finden, ihre Position.

    Verfasst am 03.04.14 um 11:41 am | Permalink

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