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Linklog: Landkarten in Prato, China in Wien, Raum in der Literatur

Ich war wieder längere Zeit abwesend, darum gibt es wieder einiges nachzuholen und nachträglich auszuwerten. Mal schauen, was da so im Posteingang liegt.

Gesehen habe ich in Prato eine schöne kleine Ausstellung mit dem Titel I Segni del Territorio. Gezeigt werden historische Karten der Toskana sowie Multimedia-Installationen, die sich mit der Veränderung des Landschaftsbildes seither beschäftigen. Die Ausstellung dokumentiert ein interessantes sechzehnjähriges Forschungsprojekt der Kommune. Darin ging es einmal darum, ein historisch gesichertes Fundament für die Landschaftsordnungspolitik zu entwickeln, zum anderen geographische und historische Daten zu erheben und für jedermann zugänglich zu machen. Die Kommune hat auch eine CD mit dem gleichen Titel veröffentlicht, die das Kartenmaterial und multimediale Applikationen zur Auswertung und Dokumentation bietet.

Die Diskussion über die angebliche chinesische Weltkarte habe ich zuletzt mangels Zeit nicht mehr verfolgt. An der Wiener Uni-Bibliothek kann man sich momentan aber darüber informieren, wie sich das europäische China-Bild in den vergangenen fünf Jahrhunderten gewandelt hat. Die Ausstellung Meilensteine europäischer Chinakenntnis aus fünf Jahrhunderten zeigt unter anderem den Novus atlas sinensis aus dem Jahr 1655, den der Jesuitenpater Martino Martini anfertigte. Mehr in der Wiener Zeitung und auf der Website der Universitätsbibliothek.

In der Welt gibt’s eine interessante Rezension zu einem von Roland Stockhammer herausgegebenen Band, TopoGraphien der Moderne: 13 Aufsätze darüber, wie in den verschiedenen Medien – vom Buch bis zum Film – mit dem Raum und seiner Darstellung umgegangen wird. Gesehen habe ich den Band noch nicht, aber er verspricht einige interessante Texte, u.a. von Michel de Certeau über Jules Vernes “Semantisierung der Löcher des Universums” oder von Stockhammer selbst über die besondere “Faszination der Literatur für die Macht der Karten”, die man etwa an den zahlreichen Landvermessern in Erzählungen und Romanen von Kafka, Schmidt oder anderen erkennen kann.

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