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Die Rheinische Post erklärt uns die Welt

Anlass ist die Mitteilung, dass Google Earth Multimedia-Inhalte integriert und dabei insbesondere auch auf den Umweltatlas des Umweltprogramms der Vereinten Nationen zugreift (UNEP). Eine Pressemitteilung dazu gibt es von der UNEP schon, aber offensichtlich noch kein Bildmaterial, weswegen die RP sich in ihrer Fotostrecke Multimedia einfach mit Bildern aus Google Maps behilft, aber trotzdem ganz tapfer behauptet, es handele sich um neue Bilder bei Google Earth.

So weit, so na ja. Bei der Auswahl der einzelnen Bilder und dem Texten der Unterschriften dazu hat man es jedenfalls sehr eilig gehabt. Bild 1 zeigt uns zum Beispiel angeblich “die US-Metropole Las Vegas”. Nun war’s mir ein Novum, dass Las Vegas am Meer liegen soll, aber das tut es ja auch gar nicht: Um welche Stadt es sich tatsächlich handelt, hätte die RP selbst merken können, wenn sie sich das neunte Bild ihrer Strecke angeschaut hätte. Das ist nämlich identisch und zeigt, wie die Legende korrekt vermeldet, Los Angeles.

Identisch sind auch das vierte und das elfte Bild, aber immerhin haben sie hier selbst gemerkt, dass auf beiden das gleiche drauf ist. Und dass man auf der Antarktis sowohl blaue als auch braune Felder zu erkennen sind, kann man ja auch mit zwei Bildern statt nur mit einem dokumentieren.

Auf einem anderen Bild sehen wir angeblich “die Bergriesen Grönlands”. Von Grönland sehen wir auch einen Teil, nämlich den Nordwesten. Dort gibt’s zwar einige hohe Berge, aber wenn wir als “Bergriesen” mal Gipfel mit mindestens 2.000 Metern Höhe nennen wollen, dann liegen die außerhalb des Ausschnittes, den die RP zeigt. Im Mittelpunkt des Bildes ist außerdem nicht Grönland zu sehen, sondern die benachbarte Ellesmere-Insel.

Andere Bildunterschriften sind dann eher kurios:

Auch in der Nähe Deutschlands ist dieses Phänomen [der Erderwärmung] zu beobachten. In Skiregionen wie Saalbach-Hinterglemm werden die Lifte von Jahr zu Jahr früher geschlossen und später geöffnet.

Mit Google Earth kann man die Liftöffnungszeiten österreichischer Skilifte erkennen? Und was soll, bitte, mit dieser Stilblüte hier gemeint sein:

Nicht zuletzt nach den Terroranschlägen 2001 wächst und gedeiht die US-Metropole New York.

Da ist wohl nicht zuletzt durch den redaktionellen Termindruck jeder nachvollziehbare Sinn verloren gegangen. Ich glaube nicht, dass man den über Google Earth wieder finden kann.

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