Skip to content

Schnelldurchlauf: Googles APIs, Georgia, Kunst und Kartografie

Es gibt einige Unruhe über die Einstellung der SOAP Such-API durch Google. Ich will hier nicht auf die Details eingehen – das hat u.a. der Google Watch Blog schon hinreichend getan -, das Thema liegt ja auch nicht direkt im Beritt dieses Blogs. Aber es ist natürlich ein deutliches Signal, dass Google seine APIs nicht als Selbstverständlichkeit betrachten möchte. Die SOAP-API ist immerhin recht populär unter Entwicklern, nicht zuletzt deshalb, weil sie einige gestalterische Freiheiten einräumte, mehr jedenfalls als die AJAX-API, die Google als Ersatz anbietet. Was das für andere APIs bedeutet, und ob das Ganze nun wirklich den Anfang vom Ende für offene Daten-APIs oder gar für Mashups überhaupt bedeutet, muss man abwarten. Aber es wäre naiv, anzunehmen, dass ähnliche Angebote nicht auch irgendwann mal zur Disposition stehen könnten.

In Sachen Google Maps gibt’s immerhin auch positive Neuigkeiten, nämlich die Verbesserung im Kartenmaterial für Asien und Südamerika. In Indien, Hong Kong und Singapur sind mittlerweile die wichtigsten Überlandstraßen zu erkennen, teilweise sind auch schon recht detaillierte Stadtpläne vorhanden. Virtual Earth war dafür schneller durch die Tür mit hochaufgelösten Bildern von Italien. Zum Beispiel von meinem Lieblingsstrand. Che bello!

Weitere Links von heute:

Der Christian Science Monitor schreibt über 500 kleine Dörfchen, die von einer offiziellen Landkarte des Staates Georgia getilgt wurden, angeblich weil die Karte zu schwierig zu lesen war.

Das Magazin Regioartline stellt ein paar Teilnehmer der Regionale 7 vor, darunter Maren Sanneh, deren Arbeit The Gambia im Kunstverein Freiburg zu sehen ist.

Grundlage ist eine von Maren Sanneh gezeichnete, 350 auf 120 Zentimeter große Landkarte, auf der sie Straßenverläufe, Flüsse, Dörfer und Städte verortet. [...] Unrhythmisch verteilen sich über die Zeichnungen fotografierte Porträts junger Menschen von Gambia, wobei Frauen mit traditioneller Kopfbedeckung neben Frauen mit rot gesträhnten Haaren von der Gleichzeitigkeit von Tradition und Moderne erzählen. Die Qualität der Arbeit liegt im Wechselspiel zwischen der vagen Vorstellung eines Landes, was in der selbst erstellten Landkarte zum Ausdruck kommt und den lebendigen Gesichtern der porträtierten Menschen, die für das Konkrete und Tatsächliche stehen.

Die NZZ erzählt von der ersten großen Retrospektive zu Hans Haacke, die derzeit parallell in der Berliner Akademie der Künste und den Hamburger Deichtorhallen stattfindet. In Berlin sind dabei Werke zu Geschichte und Politik zu sehen, in Hamburg frühe Arbeiten, die sich eher mit den wirtschaftlichen Bedingungen des Kunstmarkts auseinandersetzen. Darunter auch das berühmte Wohnprofil von Galeriebesuchern, eine Art früher Mashup aus Sozialstudie und Fotografie:

Es dokumentiert im ersten Teil Haackes Befragung in der New Yorker Howard Wise Gallery, bei der die Besucher zu Akteuren wurden, indem sie Geburtsort und Wohnsitz mit roten und blauen Nadeln auf Stadtplänen und Landkarten markierten. Der in Hamburg ausgestellte Teil 2 zeigt Schwarzweissfotos aller angegebenen Wohnsitze in Manhattan in Reihen, die von der als horizontale Linie dargestellten 5th Avenue nach oben und unten abzweigen.

Einen Kommentar verfassen

Ihre E-Mail wird von uns zu keinem Zeitpunkt veröffentlicht oder weitergereicht. Mit * markierte Felder bitte ausfüllen
*
*