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Ein See wird sichtbar

Mission Lake Project
Bild: Ledia Carroll
Mit einem field line marker, einem dieser kleinen Karren, die für Straßenmarkierungen benutzt werden (ich komm grad nicht auf das deutsche Wort), lief die amerikanische Künstlerin Ledia Carroll im vergangenen Herbst durch die Straßen von San Francisco. Die Linien sollten die Umrisse eines Sees markieren, der unter der Bebauung verschwunden ist. Mit der Aktion kam nicht nur die Kartographie buchstäblich auf die Straße, sichtbar wurde auch, dass der See nicht völlig verschwunden ist: Im Weichbild des Mission Districts kann man ihn hier und da noch erkennen, an leichten Senken und Dellen in den Straßen: Phantombild einer nicht mehr vorhandenen Landschaft.

Im Werk von Carroll geht es vielfach darum, solche verborgenen Details in der Topographie sichtbar und bewußt zu machen. Auf ihrer Website gibt es eine kleine Übersicht ihrer Projekte, und es lohnt sich, da einen Blick hineinzuwerfen.

Es lohnt sich auch, in der eigenen Stadt Ausschau nach den Spuren verschwundener Landschaften zu halten. Hier in Köln etwa gibt es noch einige Straßen – Rothgerberbach, Blaubach, Filzengraben, Mühlenbach -, die ebenfalls auf nicht mehr sichtbare Gewässer verweisen: Den Duffesbach zum Beispiel, der früher mal die südliche Grenze der Kölner Altstadt markierte und heute fast nur noch als Kanalisation existiert (mit den entsprechenden Konsequenzen). Hier und da kann man sie noch erahnen, am leicht schlängelnden Lauf oder am Gefälle der Straßen, die darüber gebaut wurden.

(Via.)

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