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Airchive

Czech Airlines
Früher, als das Fliegen noch nicht so billig war, da gab es schon die sogenannten In-Flight-Magazine. Die waren in den meisten Fällen noch nicht so umfangreich wie heute, aber schon damals waren – wie heute meist auf den letzten Seiten – Landkarten darin, eine Art Miniatlas mit den Routen der jeweiligen Fluggesellschaft. Ich fand diese Magazine damals sehr faszinierend, der Blick auf die Karten mit ihren roten, schwarzen oder grauen Verbindungslinien hatten etwas Verheißungsvolles: Die Welt ist etwas, das bereist und erschlossen werden kann. Eine nicht unerhebliche Erkenntnis, wenn man mit acht, neun Jahren gerade mit Grzimek, Sielmann und “Länder – Menschen – Abenteuer” entdeckt, was es sonst noch so zu entdecken gibt.

Eine Tante von mir war Stewardess, und dann gab es noch einen Schulfreund, dessen Vater als Vertreter einer Schweizer Firma durch die halbe Welt gondelte: Das waren ausgezeichnete Quellen, die rege angezapft wurden. Das meiste davon ist bei diversen Umzügen verloren gegangen. Umso größer meine Begeisterung, als ich jetzt auf das Airchive gestoßen bin, eine bunte Sammlung von Prospekten, Flugplänen, Anzeigen, Broschüren und sonstigem Kram rund um die zivile Luftfahrt. Und ja, die Streckenkarten aus den In-Flight-Magazinen sind auch zu finden.

Um nicht zu viel Erwartungen zu wecken: Das Airchive ist nicht systematisch aufgebaut, neu und alt sind wie Kraut und Rüben nebeneinander gestellt. Aber es macht trotzdem Spaß, herum zu klicken und zu vergleichen, wie sich Streckenverläufe und Destinationen über die Jahre verändert haben. Die meisten (und interessantesten) Dokumente stammen von nordamerikanischen Fluggesellschaften, wo das Flugzeug schon damals – magische Verhältnisse aus europäischer Jungsperspektive – beinahe den Stellenwert eines öffentlichen Verkehrsmittels hatte.

Auch in der Memorabilia-Rubrik kann man einige schöne Entdeckungen machen. Da fällt mir ein: Gab es nicht vor Ewigkeiten mal in der Titanic eine Dokumentation formschöner Kotztüten aus aller Welt? Muss irgendwann in den Achtzigern gewesen sein.

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