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Höhenvergleich

Komparative Kartographie

BibliOdyssey hat einen faszinierenden Beitrag über eine besondere Form von Datenvisualisierung, die in der Mitte des 19. Jahrhunderts eine seltsame, wenn auch kurze Blütezeit erlebte: Vergleichsdarstellungen der Höhe von Bergen, der Länge von Flüssen, der Größe von Seen etc., in denen die Gegebenheiten so wiedergegeben werden, als ob sie sich gleichsam in einer Landschaft befänden. Sozusagen eine aufgeräumte Schöpfung: Bei der Darstellung der Flüsse beispielsweise werden die Unregelmäßigkeiten der Verläufe oft noch geglättet, so dass sie rapunzelhaft ins Bild hängen.

Die Grafik von William Darton, die den Beitrag einleitet, ist nicht nur möglicherweise das älteste Beispiel einer solchen komparativen Kartographie, sondern auch eines der interessantesten: In das seltsame Gebirge hineingezeichnet sind einzelne Städte und Vegetationsformen (angepasst auf ihre jeweilige Höhe), und so erscheint das Ensemble weniger als eine Wiedergabe tatsächlicher Gegebenheiten, sondern als Phantasiedarstellung einer bizarren, unmöglichen Landschaft, einer terra incognita von Superlativen. Lovecrafts Berge des Wahnsinnsmüssen so ähnlich aussehen.

(Ein paar weitere Beispiele finden sich bei John Ptak.)

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