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Grundwasser ohne Grenzen

Dies hier ist möglicherweise eine der wichtigsten Landkarten, die man zur Zeit publizieren kann: Eine Weltkarte grenzüberschreitender Grundwasserleiter. Publiziert hat die Karte die UNESCO, und warum die Karte so bedeutend ist, kann man ihrer Pressemitteilung entnehmen:

Almost 96% of the planet’s freshwater resources are to be found in underground aquifers, most of which straddle national boundaries.

Die UNESCO-Karte ist – sagt zumindest die Organisation – die erste ihrer Art. Es ist zumindest der erste systematische Versuch, grenzüberschreitende und damit möglicherweise konfliktbehaftete Grundwasserreserven zu erfassen. Die Erstellung war möglicherweise auch kein ganz einfacher Prozess. Die Pressemitteilung lässt das nur am Rande erahnen, aber ein Artikel im New Scientist verweist auf “ein Jahrzehnt manchmal schwieriger Gespräche zwischen benachbarten Regierungen unter Vermittlung der UNESCO”.

Unterirdische Grundwasserreserven halten hundert Mal so viel Frischwasser wie die Flüsse oder Seen an der Erdoberfläche. Ihre Ausdehnung ist freilich nicht immer kongruent mit den Grenzen der Staaten, die sie nutzen wollen. Eine nachhaltige Nutzung wird also nur funktionieren, wenn die betroffenen Staaten kooperieren. Das ist nicht ganz so einfach – die Verhandlungen zwischen Israel und Palästina zeigen, wie schwierig solche Diskussionen sind, wenn sie in einem ohnehin konfliktbeladenen politischen Klima auf den Tisch kommen.

Grundlage der UNESCO-Karte sind denn auch verschiedene politische Initiativen, die solche Kooperationen auf den Weg bringen sollen, vor allem das 1999 gestartete World-wide Hydrological Mapping and Assessment Programme oder – in einem dieser typischen Akronyme, die man in der politischen Bürokratie so lustig findet – WHYMAP. WHYMAP hat im übrigen auch eine Online-Version zur Verfügung gestellt, die ein paar zusätzliche Informationen bietet.

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